Gemeinsam für Vielfalt und Respekt am Internationalen Tag gegen Homo- und Transphobie

Hannover, 16. Mai 2019. Am 17. Mai begehen Menschen rund um den Erdball den Internationalen Tag gegen Homo- und Transphobie (IDAHOT). In Hannover wird es auf dem Opernplatz um 18.00 Uhr einen RainbowFlash geben. Damit wird an den Tag erinnert, an dem 1990 Homosexualität aus dem Diagnoseschlüssel der Weltgesundheitsorganisation (WHO) gestrichen wurde. Seitdem gilt sie offiziell nicht mehr als Krankheit. In Deutschland werden trans- und intergeschlechtliche Menschen immer noch pathologisiert und müssen sich unwürdigen Begutachtungen unterziehen.

„Gemeinsam wollen wir am 17. Mai ein deutliches Zeichen gegen die Verfolgung und Entrechtung von Lesben, Schwulen, Bisexuellen, trans- und intergeschlechtlichen Menschen in vielen Teilen dieser Welt setzen. Auch in Deutschland und Europa versuchen Rechtspopulisten und Gleichstellungsgegner, unsere Gesellschaft zu spalten und Homophobie und Transfeindlichkeit salonfähig zu machen. Wir bieten ihnen Paroli. Demokratie braucht ein vielfältiges und respektvolles Miteinander.“, erklärt Klaus Bischoff, Vorstand des LSVD Niedersachsen-Bremen.

Die weltweiten Aktionen zum IDAHOT sind auch Zeichen der Solidarität mit allen Menschen, die wegen ihrer realen oder vermuteten sexuellen Orientierung / geschlechtlichen Identität Verfolgung, Folter und Tod erleiden müssen. In 70 Staaten werden Lesben und Schwule immer noch strafrechtlich wegen ihrer sexuellen Orientierung verfolgt, in elf davon werden sie mit dem Tod bedroht.

Wann ?           Freitag, 17. Mai 2019 um 18:00 Uhr

Wo ?               Opernplatz in 30159 Hannover

Facebook-Veranstaltung

Die Ballonausgabe beginnt um 18:00 Uhr, der Flash ist für 19:00 angedacht.

Wir freuen uns auf folgende Grußworte:

  • Sozialministerin Dr. Carola Reimann (SPD)
  • Dipl. Soz.-Päd. Hülya Feise (Projektleitung gEMiDe e.V.)

 

Der RainbowFlash in Hannover ist eine Kooperation von Gaymeinsam für Hannover e.V. und dem Lesben- und Schwulenverband (LSVD) Niedersachsen-Bremen.

Mit freundlicher Unterstützung von:

• Kleinkunstbühne Hannover • seelenknoten • Lattner Design • Landeshauptstadt Hannover • FDP im Landtag Niedersachsen • Hannöversche Aidshilfe • Bar Romantis • Paritätischer Wohlfahrtsverband Niedersachsen • Vulkan Sauna • Rental Media

Lesben- und Schwulenverband veröffentlicht Auswertung der Wahlprüfsteine

Unter dem Motto „Bremen unter dem Regenbogen“ hat der Lesben- und Schwulenverband (LSVD) Niedersachsen-Bremen Wahlprüfsteine zur Wahl der 20. Bremischen Bürgerschaft der Freien Hansestadt Bremen am 26. Mai 2019 verschickt. Die Auswertung liegt nun vor. Im LSVD-Regenbogencheck waren die Parteien gebeten, zu insgesamt 18 Fragen in sieben Themengebieten Stellung zu beziehen. Welche Parteien wollen den „Aktionsplan gegen Homo-, Trans- und Interphobie“ auch in der neuen Legislaturperiode fortschreiben und ausfinanzieren? Für wen gehört die gleichberechtigte Behandlung und Thematisierung von Lesben, Schwulen, Bisexuellen, trans* und intergeschlechtlichen Menschen (LSBTI*) in Schule und Unterricht und wer möchte, dass homophobe und trans*feindliche Anfeindungen besser polizeilich erfasst werden? Auf diese und weitere Fragen gibt der LSVD-Regenbogencheck zur Bürgerschaftswahl Antworten.

„Die Auswertung unseres LSVD-Regenbogenchecks zur Bürgerschaftswahl zeigt deutlich, welche Parteien sich auch zukünftig für Lesben, Schwule, Bisexuelle, trans*- und intergeschlechtliche (LSBTI*) Menschen in Bremen stark machen möchten und wer beim Thema Akzeptanz von vielfältigen Lebensweisen und Identitäten auf der Bremse steht.“, erklärt Benjamin Rottmann, Vorsitzender des Lesben- und Schwulenverbands (LSVD) Niedersachsen-Bremen.

Fast alle befragten Parteien haben auf die Wahlprüfsteine geantwortet. Lediglich die AfD verwies auf ihr Wahlprogramm und unterstrich damit ihre homophobe Grundhaltung. Auch die Bürger in Wut hielten es nicht für nötig zu antworten, was vermuten lässt, dass der Partei die Belange von LSBTI* unwichtig sind.

Alle Parteien bekannten sich in ihren Antworten zum Landesaktionsplan. Während die SPD scheinbar klare Aussagen zur Fortschreibung und Weiterfinanzierung scheute, sprachen sich Bündnis 90 / Die Grünen, die FDP, Die Linke und selbst die CDU für eine Fortschreibung des Aktionsplans aus. Die FDP stellte sogar eine institutionelle Förderung für etablierte Institutionen in Aussicht. Was mit Institutionen passiert, die nicht als etabliert angesehen werden, ist ungewiss. Beim Thema Bildung und der Aufnahme von LSBTI* in Rahmenlehrpläne und Unterrichtsmaterialien gab sich die CDU zögerlich und wortkarg. SPD, Linke und auch die FDP wollen das Thema aktiv voranbringen. Die Grünen sprachen sich für eine allgemeine Berücksichtigung des Themas aus. Die Erweiterung des Artikels 3 im Grundgesetz lehnen nur CDU und die FDP ab. Ähnlich stoisch geben sie sich bei der Frage der “sicheren Herkunftsstaaten“, an dessen Konzept beide Parteien festhalten wollen.

Wollen Sie noch mehr erfahren? Dann werfen Sie einen Blick in die Wahlprüfsteine des LSVD Niedersachsen-Bremen.

Polizei Bremen fördert Gesichtskampagne

In fast allen Bundesländern gibt es bei den Polizeien einen Ansprechpartner für Lesben, Schwule, Bisexuelle, Trans und Inter-Menschen (AP LSBTI). Bei der Polizei Bremen wird dieses Amt durch Sven Rottenberg (41) bekleidet. Doch Sven ist nicht nur AP LSBTI in Bremen, sondern auch im Vorstand des VelsPol Nordwest e.V und 2019 ist er das Gesicht des LSVD Niedersachsen-Bremen.

Die Aufgaben des AP LSBTI sind umfassend. Sven sensibilisiert seine Kolleg_Innen zum Thema Sprachgebrauch, unterstützt bei Strafverfahren, ist Ansprechpartner für Kolleg_Innen, aber auch Vertrauensperson. So war einer seiner schönsten Momente das Coming Out eines Kollegen bei ihm, weil es ihm zeigt, dass seine Arbeit und seine Aufgabe wahrgenommen werden. Doch der Ansprechpartner arbeitet nicht nur in den Strukturen der Polizei, sondern er ist auch in der Öffentlichkeit präsent. Ob allein oder mit den Kolleg_Innen aus anderen Bundesländern sowie dem Verein VelsPol wird an öffentlichen Veranstaltungen teilgenommen und informiert. „Es ist wichtig, dass Straftaten gegen LSBTI zur Anzeige gebracht werden. Auch wenn in einem konkreten Fall noch kein Täter ermittelt werden kann, so können alle kleinen Details am Ende meist zu einem Ermittlungserfolg führen“, sagt Sven. Er wirbt für Vertrauen zur Polizei innerhalb der Community.

Doch wer ist Sven Rottenberg und wo kommt er her?

Sven ist in einer Gemeinde am Rande Bremens in einer gutbürgerlichen Familie zusammen mit seinem jüngeren Bruder aufgewachsen. Dieser wusste lange vor seinen Eltern von Sven´s sexueller Orientierung, hat dieses Geheimnis aber gut gehütet. Bei dem Umzug seiner Eltern in die Niederlande hat Sven zwei Briefe mit gleichem Inhalt geschrieben und sie seinen Eltern zugesteckt, da er nicht den Mut und richtigen Zeitpunkt fand es ihnen persönlich zu sagen. Angst vor einem Outing habe viele, doch die Reaktion seiner Eltern darauf wünscht sich jeder. Sie riefen ihn umgehend an und sagten ihm, dass sie ihn lieben und sich nichts sehnlicher wünschen, dass er glücklich ist, egal mit wem und wie.

Sven, der als Jugendlicher immer wieder in einem Hotel gejobbt hat, wollte immer Hotelkaufmann werden. Dazwischen kam ihm jedoch erst einmal das Leben, genannt Bundeswehr. Da er nicht im Staub kriechen wollte, entschied er sich zur Marine zu gehen. Dort blieb er 4 Jahre und musste sich dann beruflich erneut entscheiden. Im Marinestützpunkt nahm er eines Tages die Boote der Wasserschutzpolizei wahr und das brachte ihn dann in den Polizeidienst. Hier hat Sven sich dann auch entschieden, nicht mehr über seine Sexualität zu lügen und outete sich, was innerhalb der Marine für ihn undenkbar gewesen ist. Negative Reaktionen oder Anfeindungen hat er danach nicht erlebt.

Warum das Motto „Leben und leben lassen“?

„Jeder Mensch möchte so leben, wie er ist. Ich habe als Schwuler erlebt, wie es ist, wenn dies nicht möglich ist. Daher habe ich mich auch beruflich darauf spezialisiert, mich für LSBTI einzusetzen. Jeder soll Leben und leben lassen– im Rahmen der Gesetze“, so Sven.

Wir freuen uns über die Zusammenarbeit mit Sven Rottenberg und danken der Polizei Bremen für ihre Unterstützung.

RainbowFlash zum Internationalen Tag gegen Homo- und Transphobie (IDAHOT) in Hannover 

Am 17. Mai 1990 hat die Weltgesundheitsorganisation (WHO) Homosexualität aus ihrem Diagnoseschlüssel gestrichen. Lesben und Schwule gelten seither nicht mehr als krank. Daraus entstanden ist der Internationale Tag gegen Homo- und Transphobie, ein Tag gegen Diskriminierung und für Solidarität mit allen Lesben, Schwulen, Bisexuellen, trans- und intergeschlechtlichen Menschen (LSBTI), die wegen ihrer sexuellen Orientierung und/oder geschlechtlichen Identität Diskriminierung, Verfolgung, Folter oder Tod erfahren müssen.

Gemeinsam mit allen Menschen aus Hannover wollen wir am 17. Mai 2019 für Akzeptanz und gesellschaftlichen Zusammenhalt streiten und das Miteinander stärken. Hannover macht sich auch 2019 stark für Menschenrechte, Vielfalt und Respekt.

Wann ?           Freitag, 17. Mai 2019 um 18:00 Uhr

Wo ?               Opernplatz in 30159 Hannover

Facebook-Veranstaltung:
https://www.facebook.com/events/2170203226544483/

 

Werdet auch Teil des RainbowFlashs in Hannover und unterstützt uns mit einer Spende:

Kontakt
Klaus Bischoff, Landesvorstand LSVD Niedersachsen-Bremen
klaus.bischoff@lsvd.de

Direkt spenden unter:
https://nds-bremen.lsvd.de/spenden/

Auf Eure Unterstützung machen wir mit Eurem Logo auf dem Flyer und der Webseite aufmerksam. Wenn ihr uns bis zum 28.02 ein Logo schickt, dann können wir es noch rechtzeitig beim Druck berücksichtigen. Danach ist nur eine Nennung in den sozialen Medien und auf der Homepage möglich.

 

Der RainbowFlash in Hannover ist eine Kooperation von Gaymeinsam für Hannover e.V. und dem Lesben- und Schwulenverband (LSVD) Niedersachsen-Bremen.

Mit freundlicher Unterstützung von:
Kleinkunstbühne Hannover • seelenknoten • Lattner Design • Landeshauptstadt Hannover• FDP-Fraktion im Niedersächsischen Landtag • Hannöversche Aidshilfe •Bar Romantis

Evangelische Kirchen im Raum Oldenburg öffnen Traugottesdienste für gleichgeschlechtliche Paare, Bischof Adomeit entschuldigt sich für Diskriminierung

Lesben- und Schwulenverband begrüßt die Entscheidung der Synode

Hannover, 23. November 2018. Auf der 10. Tagung der 48. Synode der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Oldenburg, im niedersächsischen Rastede, hat gestern die Mehrheit der Synodenmitglieder beschlossen, die Traugottesdienste auch für gleichgeschlechtliche Paare zu öffnen. Bisher war es Lesben und Schwulen verwehrt worden, in einem Traugottesdienst zu heiraten.

„Der Lesben- und Schwulenverband (LSVD) Niedersachsen-Bremen ist glücklich, dass die Synode die Traugottesdienste für Lesben und Schwule geöffnet hat. Mit ihrer Entscheidung hat die Synode deutlich gemacht, dass die Ehen von gleichgeschlechtlichen Paaren den gleichen Respekt und die gleiche Anerkennung verdienen, wie die Ehen heterosexueller Paare. Dass Bischof Thomas Adomeit sich in seiner Erklärung öffentlich für das entstandene Leid und die Diskriminierung entschuldigt hat, war ein wichtiger Schritt hin zu einer offenen und vielfältigen Kirche.“, erklärt Benjamin Rottmann, Vorsitzender des Lesben- und Schwulenverbands (LSVD) Niedersachsen-Bremen.

Auch wenn die Evangelische Kirche (EKD) die Ehe lange Zeit ausschließlich als Verbindung von Mann und Frau definierte, wurde diese Sicht spätestens mit der Orientierungshilfe „Zwischen Autonomie und Angewiesenheit. Familie als verlässliche Gemeinschaft stärken“ aufgegeben. Aus einer modern-protestantischen Perspektive wird heute nicht mehr nach der äußeren Form der Partnerschaft gefragt, sondern nach ihrem Inhalt und den in der Partnerschaft gelebten Werten.  

In den letzten Jahren haben die Landeskirchen im Rheinland, in Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz und in Baden gezeigt,  dass die Akzeptanz vielfältiger Lebensweisen in der Kirche möglich ist. Mit der Öffnung der Traugottesdienste haben diese Landeskirchen „JA“  gesagt,  zu einer vielfältigen, modernen und offenen Kirche. Die evangelisch-lutherischen Kirchen zwischen Friesland und dem Münsterland haben sich dieser fortschrittlichen Entwicklung nun angeschlossen.

 

Pressekontakt

Vorstand LSVD Niedersachsen-Bremen
nds-bremen@lsvd.de

 

Hintergrund

Herbsttagung der oldenburgischen Synode in Rastede
https://www.kirche-oldenburg.de/kirche-gemeinden/synode/1048-synode.html


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