Demonstration und RainbowFlash zum Internationalen Tag gegen Homo- und Transphobie (IDAHOT) in Hannover

Am 17. Mai eines jeden Jahres lassen Menschen auf der ganzen Welt Luftballons in den Himmel steigen und erinnern so an den Tag, an dem Homosexualität aus dem Diagnoseschlüssel der Weltgesundheitsorganisation (WHO) gestrichen wurde. Seitdem gilt sie offiziell nicht mehr als Krankheit. Anlässlich des IDAHOT 2017 erklärt Klaus Bischoff, Sprecher des Lesben- und Schwulenverbandes (LSVD) Niedersachsen-Bremen:

Der LSVD Niedersachsen-Bremen erinnert am Internationen Tag gegen Homo- und Transphobie (IDAHOT) daran, dass Lesben und Schwule immer noch in über 70 Staaten der Erde wegen ihrer Liebe verfolgt und kriminalisiert werden. In 13 Regionen und Staaten droht ihnen sogar noch heute die Todesstrafe.

Wir widersprechen laut den Täter*innen von Orlando, von Tschetschenien und all den anderen Orten, an denen Lesben, Schwule, trans* und intergeschlechtliche Menschen (LSBTI*) wegen ihrer Art zu lieben, zu leben und/oder wegen ihrer GeschIechtsidentität Diskriminierung, Gewalt und Tod erfahren müssen. LSBTI* Rechte sind Menschenrechte!

Von Novosibirsk bis New York, von Paris bis Wladiwostok, von Peking bis Kapstadt und eben auch in Hannover wollen wir gemeinsam am IDAHOT für gleiche Rechte, gesellschaftlichen Zusammenhalt und gegenseitigen Respekt streiten und jeder Ideologie der Ungleichwertigkeit entgegentreten. Selbstbestimmt, offen und diskriminierungsfrei – eine demokratische Gesellschaft muss es allen Menschen ermöglichen, jederzeit und an jedem Ort ohne Angst verschieden sein zu können.

Mit vielen Partner*innen werden wir mit Luftballons und Botschaften gegen Hass und Ausgrenzung klar machen: Gewalt und Vorurteile gegenüber Lesben, Schwulen, Bisexuellen, trans* und intergeschlechtlichen Menschen haben keinen Platz in einer demokratischen und bunten Gesellschaft.

Aktionen in Hannover

Kundgebung und Demonstration des Bündnisses gegen Queerfeindlichkeit

Beginn der Demonstration: 17:00 Uhr, Ernst-August-Platz
Ende der Demonstration: 18:15 auf dem Opernplatz, wo um 19:00 Uhr der RainbowFlash des LSVD Niedersachsen-Bremen stattfinden wird

RainbowFlash auf dem Opernplatz

Um 19:00 Uhr findet der Rainbowflash auf dem Opernplatz in Hannover statt, die Ballonausgabe beginnt um 18:15 Uhr. https://www.facebook.com/events/589760247855944/

 

Eine gemeinsame Aktion des Bündnisses gegen Queerfeindlichkeit und des Lesben- und Schwulenverbandes (LSVD) Niedersachsen-Bremen

„Für Vielfalt im Sport – gegen Homo- und Transphobie“ ist das Motto, das der LSVD Niedersachsen-Bremen sich für 2017 auf die Fahne geschrieben hat. Als Motto und Ziel dahinter für uns fest standen, haben wir uns auf die Suche nach dem Gesicht 2017 gemacht. Unsere Anforderungen waren klar: Das Gesicht sollte aus dem Sport kommen und eine Verbindung zu Niedersachsen oder Bremen haben.

Wir können sagen, dass Nilla Fischer unsere Anforderungen mehr als erfüllt! Nachdem Nilla sich bereit erklärt hat das Gesicht des LSVD 2017 zu sein, haben wir uns mit ihr getroffen, um sie persönlich kennen zu lernen.

Nilla Fischer ist ebenso sympathisch, wie ihr charmantes Lächeln vermuten lässt. Dieses sieht man bei ihren Spielen aber eher selten, denn Nilla ist Fußballerin mit Leib und Seele und kämpft auf dem Feld für ihren Erfolg und den ihrer Mannschaft. Sie spielt nicht nur für die Nationalmannschaft ihres Landes Schweden, sondern auch – zum Glück für Niedersachsen – für die Wölfinnen beim VfL Wolfsburg.

Von klein auf habe sie Fußball gespielt und sei mit Spaß und Geschick „einfach dabei geblieben“, so erzählt sie eher bescheiden, wie ihre Fußball-Karriere begann. Seit damals hat sich Nilla Fischer einen Namen für ihre kämpferischen Angriffe auf dem Feld und ihren leidenschaftlichen Einsatz für eine Profi- und Amateur-Sportwelt gemacht, die offen für Jede(n) ist. Sport ist ein Menschenrecht, und sie unterstützt es, wann immer möglich. „Wenn es gegen Homophobie geht, bin ich immer dabei.“, so hat Nilla auf die Anfrage des LSVD Niedersachsen-Bremen reagiert.

Erst vor wenigen Jahren ist sie mit ihrer Frau und ihren Hunden nach Wolfsburg gekommen. Nilla lächelt viel, wenn es im Gespräch um Ihre Frau geht. Nach schwedischem Recht ist ihre Ehe der „normalen“ Ehe zwischen den Geschlechtern gleichgestellt. „Schweden ist da weiter als Deutschland.“

Die Fans freuen sich über Nilla und den Erfolg der Mannschaft, sowie auch über jedes Jahr, das hinzukommt. Doch nicht nur die Fans, auch wir sind froh, Nilla Fischer „im Team zu haben“: im Team derer, die sich für Vielfalt und gegen Homophobie im Sport einsetzen und ihm ein Gesicht zu geben.

Nach unserem Gespräch wird sie noch mit dem Hund laufen gehen, doch vorher gibt sie der LSVD-Kampagne nicht nur ein Gesicht, sondern auch ihre Stimme.

„Homophobie hat im Sport nichts verloren. Jeder sollte die Freiheit haben, Sport zu treiben, unabhängig von Religion, Herkunft und geschlechtlicher Orientierung. Dies ist sowieso Privatsache. Wieso muss man sich überhaupt outen?“ Eine gute Frage, die Nilla uns in diesem Gespräch stellt. Immerhin, wer hält es schon für nötig, sich als „hetero“ zu outen?

Auch für sie wäre es weniger ein Coming Out gewesen als ein öffentliches Bekenntnis zu einer neuen Partnerschaft, als sie die Frage eines schwedischen Gay-Magazins, ob sie derzeit mit jemandem zusammen sei, beantwortete. „Ja, meine Freundin und ich treffen uns seit ein paar Monaten.“

Sie hat Recht! Vielfalt – in der persönlichen Lebensweise – das sollte „normal“ sein und akzeptiert werden. Damit dies endlich auch im Sport der Fall ist, tritt sie dafür ein. „Sport muss offen für Jede(n) sein.“

Leider ist es bis dahin noch ein weiter Weg. Anfeindungen jeglicher Art sind im Sport immer noch an der Tagesordnung und ihnen kann nur wirksam begegnet werden, wenn Sportverbände, Spieler und Fans hier an einem Strang ziehen. Dies gilt nicht nur im Fußball. Auch jenseits der Königsdisziplin kommt es im Profisport immer wieder zu Schwierigkeiten für Sportler, die sich outen. Sie verlieren Sponsoren, die Möglichkeit zur Wettkampfteilnahme oder werden von den eigenen Mannschaftsmitgliedern respektlos behandelt.

Umso wichtiger, dass unser diesjähriges Gesicht für „Vielfalt im Sport – gegen Homo- & Transphobie“, ein Gesicht ist, auf das die Welt schaut: Nilla Fischer, Schwedische Nationalspielerin, Abwehrspielerin des VfL Wolfsburg und Ehefrau – einer Frau.

Wer Nilla und Ihre Aktivitäten im Sport weiter verfolgen möchte, findet sie auf Facebook unter Nilla Fischer.

Der LSVD Niedersachen-Bremen bedankt sich bei Nilla für ihre Unterstützung und freut sich auf ein gemeinsames und erfolgreiches Jahr im Zeichen des Sports und der Vielfalt!

Nilla Fischer ist Gesicht 2017 des LSVD Niedersachsen-Bremen

Anlässlich der heutigen Vorstellung von Nilla Fischer als neues Gesicht 2017 des LSVD Niedersachsen-Bremen, erklärt Marco Netzlaff, Sprecher für Sport im Landesvorstand des LSVD Niedersachsen-Bremen:

Unser Motto 2017 ist „Für Vielfalt im Sport – gegen Homo- und Transphobie“. Darum ist der Lesben- und Schwulenverband (LSVD) Niedersachsen-Bremen glücklich und stolz, dass dieses Jahr die ehemalige Kapitänin der schwedischen Fußballnationalmannschaft und derzeitige Abwehrspielerin des VfL Wolfsburg Nilla Fischer unser Verbandsgesicht ist.

Mit ihrem Kampfgeist und leidenschaftlichen Einsatz setzt sich Nilla für einen Profi- und Amateursport ein, zu dem Respekt und Akzeptanz genauso gehören, wie der „Schiri“ oder die „Abseitsfalle“. Sie sagt: „Wenn es gegen Homophobie geht, bin ich immer dabei.“

Homo- und Transphobie haben im Sport nichts verloren. Jede*r sollte die Freiheit haben, Sport zu treiben, ganz egal ob man lesbisch, schwul, bisexuell, trans* oder intergeschlechtlich (LSBTI*) ist.

Leider ist es bis dahin noch ein weiter Weg. Anfeindungen jeglicher Art sind im Sport immer noch an der Tagesordnung und ihnen kann nur wirksam begegnet werden, wenn Sportverbände, Spieler*innen und Fans hier an einem Strang ziehen. Dies gilt nicht nur im Fußball, sondern auch in vielen anderen Sportarten.

Der LSVD Niedersachen-Bremen bedankt sich bei Nilla für ihre Unterstützung und freut sich auf ein gemeinsames und erfolgreiches Jahr im Zeichen des Sports und der Vielfalt!

 

Hintergrund

Im Jahr 2015 hat der LSVD Niedersachsen-Bremen mit seiner Gesichtskampagne begonnen. Dr. Henning Scherf, ehemaliger Bürgermeister von Bremen und Vater einer lesbischen Tochter war 2015 das erste Gesicht des LSVD in Niedersachsen und Bremen und warb für Respekt und Akzeptanz von LSBTI*. Im Letzten Jahr begleitete das Gespann Jutta, Irina mit Hund Oskar die Arbeit des LSVD in Niedersachsen und Bremen.

Nachdem unsere erste gemeinsame Aktion am Saisoneröffnungstag 2016/2017 ein großer Erfolg war, haben wir uns erneut mit der regionalen Legende Hannover 96 getroffen.

Gemeinsam haben wir nicht nur das vergangene Event, auf welchem sich der LSVD sehr erfolgreich mit einem Stand präsentierte, ausgewertet. Es sollte auch über den Ausbau einer weiteren Zusammenarbeit im Rahmen unserer Aktion „Für Vielfalt im Sport – gegen Homo- & Transphobie“ gesprochen werden. So stellte die Arbeitsgruppe des LSVD ihr erstes Konzept vor, und mit Effizienz und Engagement wurden dann gemeinsam weitere Ideen ausgetauscht und gesammelt.

Die sportliche Leichtigkeit, der diesem Meeting innewohnte und das Wissen um die Aktualität und Wichtigkeit unserer Aktion „Für Vielfalt im Sport – gegen Homo- & Transphobie“ machten dieses Gespräch zu einem besonders erfolgreichem Treffen, und wir sind sehr stolz darauf, Hannover 96 als Partner an unserer Seite zu haben.

Der hiesige Fußball-Ligist möchte unser Anliegen in verschiedenster Art unterstützen und wir freuen uns bereits jetzt auf die gemeinsame Arbeit!

Erstmalig nahm der LSVD Niedersachsen-Bremen in diesem Jahr am Familien- und Saisoneröffnungstag von Hannover 96 teil.

An diesem Tag voller Lebensfreude und Engagement waren wir mit einem bunten Stand vor Ort und präsentierten in direkter Nähe zum Arbeitskreis „96-Fans gegen Rassismus“ wie wichtig für uns das Thema Toleranz im Sport ist.

Gerade im Sport ist es immer noch nicht leicht, sich zu outen. Judith Arndt (Radsport) und Thomas Hitzlsperger (Fußball) sind immer noch mutige Ausnahmen. Besonders im Fußball ist Homosexualität ein Thema, dass Karrieren kostet, Doppelleben nötig macht oder zum Schweigen verpflichtet.

Der LSVD Niedersachsen-Bremen freut sich, zusammen mit Hannover 96 dieses Thema zukünftig stärker in den Fokus zu rücken und so ein Zeichen gegen Homo- & Transphobie zu setzen. Unsere Teilnahme am Familien- / Saisoneröffnungstag hat hierfür einen Startpunkt gesetzt. Gemeinsam wollen wir zeigen, dass Toleranz, Respekt und Akzeptanz in unserer Gesellschaft und im Sport für uns alle wichtige Werte sind.

Wir hatten einen tollen Tag mit interessanten Gästen an unserem Stand. Auch haben uns die vielen Gespräche wie die Nachfragen nach einer intensiven Zusammenarbeit mit Hannover 96 darin bestärkt, diesen Weg weiter zu gehen.

Wir halten Euch auf dem Laufenden!


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